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Events sind laut, hell und oft mit einer grösseren Menschenmenge verbunden. Einen Grossteil der Gesellschaft sucht genau das an einem Freizeit-Event - dieser Kick der flackernden Lichter das Getose und Gerufe an einem Freizeit-Event. Das mag alles schön und gut sein und doch gibt es einen kleineren Teil der Bevölkerung, welchem genau diese Dinge im Weg stehen, um einen solchen Freizeit-Event zu besuchen.

Warum sollte ein Event Neuroinklusiv gestaltet werden?

Für neurodivergente Menschen, etwa Autist:innen oder Menschen mit ADHS, können genau diese Reize jedoch schnell zu einer Überforderung werden. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 15–20 % der Bevölkerung neurodivergent sind. Die meisten dieser Barrieren sind unsichtbar – anders als eine fehlende Rampe fallen sie auf den ersten Blick nicht auf. Genau deshalb werden sie bei der Eventplanung oft vergessen. zu mehr sozialer Gerechtigkeit, Gemeinschaftsgefühl und positive Erlebnisse für alle Teilnehmenden bei.

Dieser Leitfaden zeigt, worauf es bei der Gestaltung neuroinklusiver Events ankommt: welche Herausforderungen bestehen und wie sie konkret angegangen werden können. Die Grundlage bilden internationale Guidelines (Australian Psychological Society, The Neu Project/Google) sowie eigene Forschung mit Interviews und einer Umfrage unter Autist:innen im Rahmen einer Bachelorarbeit zum Thema neuroinklusive Eventgestaltung.

Wichtig vorweg: Es gibt keine einzelne Massnahme, die "das Problem löst". Neurodivergenz zeigt sich sehr individuell – was der einen Person hilft, kann für eine andere unwichtig oder sogar unangenehm sein. Entscheidend ist deshalb weniger eine perfekte Checkliste, sondern die Haltung dahinter: Menschen die Kontrolle über ihre eigene Situation zu ermöglichen.

Die drei Grundprinzipien der neuroinklusiven Eventgestaltung

Diese drei Bausteine dienen nicht nur neurodivergenten Menschen. Klarere Information, mehr Rückzugsmöglichkeiten und eine respektvollere Gestaltung kommen praktisch allen Besuchenden zugute – dies zeigt der sogenannte Curb-Cut-Effekt. Neuroinklusion ist also weniger eine Frage des "Ob", sondern der Priorisierung.

Detailierte Vorabinformationen

Menschen sollen sich vor einem Event ein möglichst genaues Bild davon machen können, was sie erwartet. Das reduziert Angst und ermöglicht es, sich vorzubereiten. Häufig fehlt es dabei weniger an aufwändigen neuen Massnahmen, sondern schlicht daran, ohnehin vorhandene Informationen auch tatsächlich zu kommunizieren.

Rückzugsort schaffen

Ein Rückzugsort ist keine "nice to have"-Option, sondern für viele die wichtigste Massnahme überhaupt. Entscheidend ist, dass er wirklich nutzbar ist: leicht auffindbar, nicht mit anderen Funktionen (Garderobe, Backstage) vermischt und ohne dass man ihn aktiv "verdienen" oder rechtfertigen muss

Zielgruppe einbinden

Massnahmen, die gemeinsam mit Betroffenen statt nur für sie entwickelt werden, wirken erfahrungsgemäss deutlich besser als von aussen aufgesetzte Lösungen. Feedback einholen und ernst nehmen lohnt sich.

Sensorische Umgebung

licht

Licht

Licht

Herausforderungen

Viele neurodivergente Personen reagieren empfindlich auf grelles, flackerndes oder ständig wechselndes Licht...

geräusche

Geräusche

Geräusche

Herausforderungen

Laute, unvorhersehbare Geräusche wie plötzliches Klatschen oder PA-Durchsagen können schnell überfordern.

gerüche

Gerüche

Gerüche

Herausforderungen

Starke Düfte – Parfum, Reinigungsmittel, intensive Essensgerüche – können bei erhöhter Geruchsempfindlichkeit körperliches Unwohlsein auslösen.

Dekoration und visuelle Reize

Dekoration

Dekoration & visuelle Reize

Herausforderungen

Überladene, hochkontrastige Dekoration kann als visuelles Chaos wirken. Gleichzeitig wünschen sich viele nicht radikale Reduktion, sondern vor allem Klarheit und Übersichtlichkeit.

Stimmingtools

Tools

Stimming und Sensorik-Tools

Herausforderungen

Fidget-Tools können beim Selbstregulieren helfen. Viele bevorzugen jedoch eigene, bereits vertraute Gegenstände gegenüber bereitgestellten – teils auch aus hygienischen Gründen.

Raum und Rückzug

Rückzugsort

Rückzugsort

Rückzugsort

Herausforderungen

Ein Rückzugsort war in der Forschung mit Abstand die am häufigsten genannte Massnahme – gleichzeitig auch jene mit der grössten Lücke zwischen Bedürfnis und tatsächlicher Erfahrung. Ein Rückzugsort nützt nur dann, wenn er wirklich als solcher funktioniert.

Bewegungsfreiheit

Sitzen

Bewegungsfreiheit

Herausforderungen

Weder feste, unverrückbare Sitzordnung noch komplett freie, unstrukturierte Stehbereiche passen für alle. Gesucht wird meist ein Mittelweg zwischen Stabilität und Bewegungsfreiheit.

Einlass und Sicherheit

einlass

Einlass

Ticketing und Einlass

Herausforderungen

Enge, dichte Warteschlangen sowie Unsicherheit über den eigenen Energiepegel am Eventtag selbst stellen für viele eine erhebliche Belastung dar.

Sicherheitskontrollen

Kontrollen

Sicherheitskontrollen

Herausforderungen

Körperkontakt, unangekündigte Berührung und ein als "streng" oder einschüchternd wahrgenommener Kontrollstil können besonders belastend wirken – auch wenn die Reaktionen individuell stark variieren.

dresscode

Dresscode

Dresscode

Herausforderungen

Unklare oder implizite Dresscodes erzeugen Unsicherheit. Gleichzeitig wird ein zu strenger, verbindlicher Dresscode (z. B. ein vorgeschriebenes Motto) von manchen als einschränkend empfunden.

Kommunikation und information

vorinformation

Infos

Vorinformationen

Herausforderungen

Fehlende oder unvollständige Informationen im Vorfeld erhöhen Unsicherheit und damit das Risiko einer Überforderung – oft mehr als einzelne Reize während des Events selbst.

klare sprache

Sprache

Klare Sprache

Herausforderungen

Redewendungen, Ironie oder vage Formulierungen können missverstanden werden oder zusätzliche Verarbeitungsleistung erfordern.

tools

Erkennung

Erkennungs- und Kommunikationstools

Herausforderungen

Eine sichtbare Kennzeichnung (z. B. spezielle Bändel) wird nicht von allen gewünscht – manche empfinden dies eher als Stigmatisierung, wollen aber trotzdem eine Möglichkeit haben, im Bedarfsfall auf ihre Situation hinzuweisen.

Personal und Unterstützung

Awareness

Awareness

Awarenessteams

Herausforderungen

Reine Security wird oft als einschüchternd wahrgenommen. Gewünscht ist geschultes Personal, das unabhängig von der Security agiert und ruhig, zugewandt auftritt.

Feedback

Feedback

Herausforderungen

Ohne Rückmeldemöglichkeiten bleiben Lücken zwischen Anspruch und tatsächlicher Umsetzung oft unentdeckt.

Rahmengestaltung

programm

Programm

Programmgestaltung

Herausforderungen

Lange, ununterbrochene Programmblöcke sowie ein streng durchgetakteter Ablauf mit fest zugewiesenen Plätzen können zusätzlich belasten, da sie kaum Raum für individuelle Regulierung lassen.

essen

Essen

Verpflegung

Herausforderungen

Sensorische Empfindlichkeiten gegenüber Geschmack, Geruch und Konsistenz von Speisen sowie unklare Angaben zu Inhaltsstoffen können Stress auslösen.